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Streit um Spielgerät eskaliert

Streit um Spielgerät eskaliert

Im Regnitzlosauer Gemeinderat fliegen die Fetzen. Die CSU-Fraktion lehnt den Antrag des Fördervereins für eine geplante Spielanlage ab. Die Freien Wähler, die das Projekt unterstützen, ziehen Konsequenzen.

Von Alina Juravel

Regnitzlosau - So haben sich die neuen Gemeinderäte der Freien Wähler ihre erste Sitzung bestimmt nicht vorgestellt. Am selben Abend, an dem Bürgermeister Hans-Jürgen Kropf Jürgen Schnabel, Markus Rödel, Kerstin Riedel und Sandra Schnabel vereidigte, brach im Gremium ein heftiger Streit aus. Grund dafür war das geplante Spielgerät, das der Förderverein der Volksschule Regnitzlosau auf dem Schulgelände errichten möchte - ein Vorhaben, das auch die Freien Wähler unterstützen.

Weil die Regnitzlosauer Schüler seit vergangenem Jahr ohne Spielgeräte auskommen müssen (die Frankenpost berichtete), ging der Förderverein zusammen mit dem Elternbeirat auf große Spendenjagd und war sehr erfolgreich. "Wir konnten 14 500 Euro sammeln", berichtet der Vereinsvorsitzende Markus Rödel, der neuerdings auch in der Fraktion der Freien Wähler im Gemeinderat sitzt. Um die vollständige Finanzierung von fast 20 000 Euro zu ermöglichen, stellte der Verein, der mehr als 50 Mitglieder hat, im Gemeinderat einen Antrag auf Zuschuss von maximal 5000 Euro. Dieser Zuschuss wurde jedoch in der Sitzung im Februar vorerst abgelehnt. Die CSU-Fraktion beklagte damals das fehlende Sicherheits- und Finanzierungskonzept und schlug vor, das Vorhaben im Bauausschuss zu behandeln. Alle Gemeinderäte waren sich jedoch einig, den Zuschuss zu gewährleisten, sobald das genaue Konzept vorliegt.

In der jüngsten Sitzung sollte dann endlich der Beschluss fallen. Doch auch diesmal stellte sich die CSU-Fraktion quer, obwohl sowohl die Regierung von Oberfranken als auch das Schulamt das Projekt befürwortet hatten. Fritz Pabel, der Vorsitzende der CSU-Fraktion, brach den Streit vom Zaun, indem er zuerst eine günstigere Variante des Spielgerätes vorschlug: "In meinen Augen bietet die günstigere Spielanlage ausreichend Bewegungsmöglichkeiten, deswegen sollten wir das Vorhaben noch mal überdenken." Das günstigere Spielgerät kostet zirka 3000 Euro weniger als das, das sich der Förderverein und der Elternbeirat wünschen. Die Freien Wähler ließen das nicht auf sich sitzen und gingen sofort auf die Barrikaden: "Wir sind hier nicht auf dem Basar, wo man sich runterhandeln kann", sagte Jürgen Schnabel, neuer FW-Fraktionschef. Schnabel betonte, dass der Förderverein fast 80 Prozent des kompletten Betrages übernimmt, deswegen müsste die Gemeinde sowieso schon weniger dazugeben als geplant. "Bitte lasst es nicht auf diese 3000 Euro ankommen", bat er.

Daraufhin ergriff Frank Hopperdietzel von der CSU das Wort und bemängelte, wie bereits in der Sitzung zuvor, die Sicherheit des Gerätes. Die gewünschte Spielanlage würde über ein schwingendes Seilsystem verfügen, das in seinen Augen viele Gefahren berge. Er als Lehrer wisse genau, wie riskant solche Geräte für Kinder werden könnten. "Sobald da mehrere Kinder drauf sind, steigt die Verletzungsgefahr enorm. Wir als geplante Träger des Spielgerätes können dieses Vorhaben nicht verantworten", betonte Hopperdietzel.

Dietmar Luding von den Freien Wählern erklärte dagegen, dass jedes Spielgerät vom TÜV abgenommen und ausreichend geprüft werde. Die Sorgen der CSU seien deswegen vollkommen unbegründet. Frank Hopperdietzel ließ sich jedoch nicht beirren und beharrte auf seiner Meinung: "Auch ein Trampolin wird vom TÜV abgenommen, trotzdem verletzen sich viele Menschen daran." Für Manuel Sörgel, Freie Wähler, ging dieser Vergleich eindeutig zu weit: "Ich verstehe nicht, warum Sie solche Horrorszenarien vorschieben müssen. Das ist einfach nur peinlich."

Fritz Pabel betonte erneut, dass es der CSU-Fraktion in erster Linie nur um die Sicherheit der Kinder geht: "Das günstigere Spielgerät sieht deutlich ungefährlicher aus." Jürgen Schnabel bezweifelte dieses Argument: "In meinen Augen wollen Sie uns und den Förderverein einfach nicht unterstützen und schieben nur die Sicherheit vor." Bürgermeister Hans-Jürgen Kropf unterbrach schließlich die hitzige Diskussion und forderte die Räte auf, endlich abzustimmen. Die CSU-Fraktion stimmte geschlossen gegen das geplante Spielgerät und erlangte damit die Mehrheit. Die Freien Wähler und der Rathauschef unterlagen in der Abstimmung. Gemeinderat Markus Rödel durfte an Beratung und Beschluss nicht teilnehmen, weil er gleichzeitig den Förderverein leitet.

Die Entscheidung rief bei den meisten der 30 Besucher heftiges Kopfschütteln hervor. Sowohl die Freien Wähler als auch die Zuhörer waren deutlich verärgert über den Entschluss. "Das ist wirklich unmöglich", rief eine Besucherin empört.

Der Bürgermeister wollte anschließend wissen, wie denn die Räte nun weiter vorgehen möchten. Fritz Pabel schlug vor, über das günstigere Spielgerät abzustimmen. Kropf zeigte sich wenig erfreut: "Kollege Pabel, wir können schlecht über etwas abstimmen, was noch nicht beschlossen wurde." Dafür erntete der Bürgermeister heftigen Applaus von den Zuhörern.

Schließlich bat Jürgen Schnabel den Bürgermeister um eine Besprechungspause. Als die Freien Wähler zurückkehrten, teilten sie dem Gemeinderat die Entscheidung des Fördervereins mit: "Wenn das gewünschte Spielgerät abgelehnt wird, dann möchte der Förderverein auf die Hilfe der Gemeinde verzichten", erklärte Schnabel, woraufhin die Besucher erneut applaudierten. Der Förderverein möchte nun das Spielgerät selbstständig finanzieren.

Wir sind hier nicht auf dem Basar, wo man sich runterhandeln kann.

Jürgen Schnabel,

Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler

 

Spenden mehr denn je gefragt

Durch den Verzicht auf den Zuschuss der Gemeinde fehlen dem Förderverein für die Anschaffung des Spielgerätes derzeit zirka 4500 Euro. Beim Schulfest am Samstag, das im Zeichen des 50. Jubiläums steht, möchte der Förderverein noch mal die Werbetrommel rühren und lädt alle Interessierten ein.

Die Feier beginnt um 13 Uhr mit einem Festakt, zu dem nicht nur die Schüler und ihre Eltern eingeladen sind, sondern auch einige Ehrengäste, die sicherlich das eine oder andere Grußwort sprechen werden.

Weiterhin bleibt auch das Spendenkonto geöffnet. Wer für die Anschaffung des Spielgeräts spenden möchte, kann auf dieses Konto überweisen: Förderverein Volksschule Regnitzlosau, IBAN: DE90780500000222137895,

BIC: BYLADEM1HOF, Verwendungszweck: Spielgerät.

Quelle: http://www.frankenpost.de/lokal/hofrehau/rehau/Streit-um-Spielgeraet-eskaliert;art2452,3951777