Seiteninterne Navigation

Freie Wähler Landesverband BayernFreie Wähler Landesverband BayernFreie Wähler Landesverband BayernFreie Wähler Landesverband BayernFreie Wähler Landesverband Bayern

Navigation

 

Aktuelles

FWR-Pressenotiz: Neu!

Rehauer Tagblatt: Neu!

Blickpunkt: Neu!

Jugendarbeit

Informationen

Kein Platz

für Nazis

Ortsverschönerung

Konzept

Seiteninhalt

Neuer FWR-Vorsitzender

27.02.2015 00:00 Uhr, Rehau

 

"Wir müssen unsere Hausaufgaben machen"

Als neuer Vorsitzender und Fraktionschef der Freien Wählergemeinschaft Regnitzlosau springt Jürgen Schnabel ins kalte Kommunalpolitik-Wasser. Im Interview sagt er, wie es nach dem Rücktritt von vier Gemeinderäten in der Gruppierung weitergeht.

Herr Schnabel, die Diskussion um die Rücktritte von vier Räten der Freien Wähler hat mächtig Staub aufgewirbelt. Hat sich die Lage mittlerweile etwas beruhigt?

In den vergangenen Tagen und Wochen hat es sehr viele Diskussionen gegeben. Wir verstehen, dass es viele Wähler nicht nachvollziehen können, dass vier Räte auf einmal zurücktreten. Das war nicht von langer Hand geplant. Ich persönlich habe im Dezember noch nicht gewusst, dass ich nachrücken werde. Wir waren der Meinung, dass die gesundheitlichen Probleme der betroffenen Räte einen Generationenwechsel ihren Rücktritt legitimieren.

 

Wann haben Sie von den Rücktrittsplänen erfahren?

Werner Schnabel ist im Januar auf mich zugekommen und hat angedeutet, dass er sich aus gesundheitlichen Gründen zurückziehen möchte. Daraufhin sagten auch weitere drei Räte, sie hätten gesundheitliche oder private Gründe für einen Rücktritt. Deshalb haben sich die möglichen Nachrücker und die vier Rücktrittswilligen zusammengesetzt. Gemeinsam haben wir uns überlegt, ob dieser Weg so möglich ist und ob die vier Nachrücker auch wirklich zur Verfügung stehen. Der Vorteil unserer Fraktion ist es, dass wir vier junge Nachrücker haben.

 

Eine glückliche Fügung also?

Die vier jungen Nachrücker waren letztlich auch der Grund dafür, dass wir einen Generationswechsel einleiten konnten. Und so haben wir es ja dann auch angekündigt. Wir wollten dadurch etwas Positives bewirken.

War das ein Irrtum?

Wir hätten die Gründe erklären müssen, obwohl das Gesetz keine Begründung fordert. Wenn jeder erläutert hätte, warum er zurücktritt, hätte es die Diskussionswelle und Vorwürfe vielleicht nicht in dem Maße gegeben. Dann wäre es nachvollziehbarer gewesen. So müssen wir jetzt beweisen, dass wir nicht auf eine Wahltäuschung aus waren, sondern dass wir vernünftige Kommunalpolitik in Regnitzlosau machen wollen. Es ist sicher nichts Alltägliches, dass vier Räte gleichzeitig zurücktreten - dessen waren wir uns bewusst. Auch darüber, dass das nicht jeder gut finden wird.

 

Der Gesetzgeber lässt Rücktritte ohne Angabe von Gründen zu. Aber hat man nicht eine Verpflichtung gegenüber dem Wähler?

Selbstverständlich hat man diese Verpflichtung. Dieser wollen wir uns auch in keinster Weise entziehen. Für uns ist aber wichtig: Wenn schon vier zurücktreten, müssen vier nachrücken, die die Aufgabe mit gleichem Engagement oder sogar noch mehr Eifer übernehmen. Das ist für den Wähler entscheidend - dass seine Stimme gehört wird und er spürt, dass die Arbeit fortgeführt wird.

 

Am 10. März legen Sie und die anderen drei Nachrücker den Amtseid ab. Fühlen Sie sich fortan unter Sonderbeobachtung?

Ich glaube schon, dass es sich die Regnitzlosauer genau anschauen, was die vier Nachrücker im Gemeinderat machen. Das ist natürlich auch Ansporn für uns. Wir sind alle vier motiviert genug, um zu beweisen, was wir können. Unser Ziel ist es, dass kein Wähler, der unsere vier Vorgänger gewählt hat, einen persönlichen Nachteil aus den Rücktritten hat.

 

Sie sind auf Anhieb zum Ortsvorsitzenden und zum Fraktionschef der Freien Wähler in Regnitzlosau aufgestiegen. Wollen Sie als Neuling in der Kommunalpolitik Karriere machen?

Wir vier freuen uns, dass wir die Möglichkeit haben, uns einzubringen, wenn auch früher als gedacht. Ein Versprechen kann ich auf jeden Fall abgeben: Wir werden mit absolutem Engagement an die Sache gehen. Dabei haben wir sicher keine Ambitionen, uns in der Kommunalpolitik einen Namen zu machen. Wir konzentrieren uns jetzt auf unsere Hausaufgaben.

 

Was gehört dazu?

Es gibt genug zu tun. Der Wohnmobil-Stellplatz, Kulturelles zur Herbstkirchweih, die ärztliche Versorgung und die Förderung des Kleinzentrums - das sind die wichtigen Themen für Regnitzlosau. Wir wollen auch einen Senioren-Beauftragten installieren; das wäre schnell umsetzbar, wir hätten schon einen geeigneten Kandidaten.

 

Das Image der FWR hat ein paar Kratzer abbekommen. Planen Sie zusätzliche Aktionen, um es wieder aufzupolieren?

Als angekratzt sehe ich das Image nicht an. Wir müssen nun erst mal unsere Hausaufgaben machen! Die erfolgreiche Arbeit der FWR werden wir fortsetzen. Wir werden uns an unserer kommunalen Arbeit messen lassen. Natürlich stehen wir als Neulinge unter besonderer Beobachtung. Aber das empfinde ich nicht als negativ.

 

Ist es eigentlich eher ein Vorteil oder Nachteil, dass Bürgermeister Hans-Jürgen Kropf von den Freien Wählern kommt?

Wichtig ist, dass jede Fraktion ihre Arbeit macht. Der Bürgermeister hat andere Aufgaben als die Fraktionsarbeit. Man kann auch durchaus mal anderer Meinung als der Bürgermeister sein, das schadet niemandem.

 

So wie bei der Diskussion um die Spielgeräte an der Schule?

Da war es so, dass die Herangehensweise ans Thema kontrovers diskutiert worden ist. Aber es ist doch völlig normal, dass der Bürgermeister, der in der laufenden Verwaltungsarbeit drin ist, gewisse Dinge anders sieht. Genauso beurteilen die Fraktionen manche Themen anders als der Bürgermeister. Wenn die Streitkultur passt, bringt das alle weiter. Bei den Spielgeräten ist uns wichtig, dass ein Ergebnis herauskommt, das den Vorstellungen von Schülern, Eltern und Förderverein entspricht.

Kam intern die Bürgermeisterwahl 2020 schon einmal zur Sprache?

(lacht) Wir sind mit den Rücktritten und den Folgen gut beschäftigt. Wir sind weit davon entfernt, fünf Jahre vor der nächsten Wahl über den Bürgermeister-Kandidaten zu diskutieren. Damit würden wir uns lächerlich machen.

Das Gespräch führte Jan Fischer

Zur Person

Der 37-jährige Jürgen Schnabel ist verheiratet und hat zwei Kinder. Von Geburt an lebt er in der Gemeinde Regnitzlosau.

 

Seit mehr 20 Jahren ist Schnabel aktiv in der örtlichen Feuerwehr. "Die Feuerwehr war schon immer mein Ding", sagt er.

 

Bei der Wahl 2014 kandidierte er zum ersten Mal auf der Liste der FWR und erreichte auf Anhieb Platz sieben. Damit war Jürgen Schnabel erster Nachrücker.

 

Am 5. März leitet Schnabel seine erste Fraktionssitzung. In der Gemeinderatssitzung am 10. März sitzt er dann erstmals im Gremium, legt zusammen mit den drei anderen Nachrückern seiner Fraktion den Amtseid ab. Gleichzeitig werden die vier Räte der Freien Wähler verabschiedet, die zurückgetreten sind.

 

Quelle: www.frankenpost.de

Wiederverwertung nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung