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10.06.2013: Widerstand gegen Rechts

Widerstand gegen Rechts

Die Kirche unterstützt die Menschen in Regnitzlosau und Oberprex. Und das konkret: Die Gemeinde Tutzing übernimmt einen Teil der Kosten für die neue Gemeindereferentin.

Von Ronald Dietel

Regnitzlosau - Gastgeber und Pfarrer Holger Winkler hat beim "besonderen Gottesdienst für Gemeinschaft und Toleranz" in der St. Ägidienkirche am Wochenende klare Worte gefunden: "Die Regnitzlosauer Kirche muss Nein sagen und widerständig werden." Sein Appell richtete sich an die Bürger und gegen den rechtsradikalen Treffpunkt, den die Immobilie Oberprex 47 darstellt. "Die Kirchengemeinde Regnitzlosau weiß, wie spät es ist." 350 überwiegend auswärtige Besucher bekundenen durch die Teilnahme ihre Verbundenheit mit den Menschen vor Ort. Regionalbischöfin Dr. Dorothea Greiner, die ihr Erscheinen ursprünglich angekündigt hatte, musste wegen Erkrankung kurzfristig absagen.

Winkler warb öffentlich um Verständnis für die Bevölkerung. Er sagte: "All die, die vollmundig offenen Widerstand von den Oberprexern fordern, übersehen, dass sie nach einer Demonstration sondern mit Haus Nummer 47 allein zurückbleiben." Grundsätzlich gelte es nicht nur Nein zu Rechts zu sagen, es müsszen Taten folgen, forderte der Geistliche.

Diese Taten folgten mit einem durch das Kirchenschiff gespannte "Band der Solidarität und Hoffnung." Das ergriffen Mitglieder der Kirchengemeinden Tutzing und Regnitzlosau, aber auch Menschen aus den Dekanaten Weilheim und Hof sowie Bayreuth, Kulmbach und Bad Alexandersbad. All das sind Orte mit Personen und Einrichtungen, die den Widerstand gegen die Rechtsextremisten in Oberprex unterstützen. Zum Gottesdienst war eigens ein Bus aus der Kirchengemeinde Tutzing im Dekanat Weilheim mit dem dortigen Dekan Axel Piper und Synodale Ulrike Wilhelm an der Spitze angereist. Letztere verkündete, dass die Kirche Tutzing für die nächsten fünf Jahre das auf eine ganze Stelle noch fehlende Viertel für eine Gemeindereferentin finanziere.

"Vermutlich hat uns Gott nicht allein den Verstand, sondern zu allererst das Herz gegeben", sagte sie. Die Begegnung mit den Menschen aus Regnitzlosau im letzten November am Rande der Landessynodale habe sie mitten ins Herz getroffen. Mit den Worten "leidet ein Glied, so leiden alle Glieder mit", begründete sie die Solidarität der bei München beheimatete Kirchengemeinde. Man müsse der menschenverachtenden Haltung der Rechtsradikalen etwas entgegensetzen. "Ich halte es für eine Ur-Aufgabe der Kirche, im Sinne Jesu Christi für Menschlichkeit und Nächstenliebe einzutreten - und gegen jede Art von Fanatismus und Radikalismus aufzustehen." Das griff auch Dekan Günter Saalfrank auf. "Betroffenheit alleine recht nicht", sagte er. Mitleiden bedeute auch, nach Wegen aus dem Leid suchen. Wichtig sei, dass die evangelische Kirche in Regnitzlosau Flagge zeige, "die Flagge christlicher Jugendarbeit." Durch gute Jugendarbeit würden Jugendliche erfahren, dass keine "braune Sippschaft" gebraucht werde. Man habe eine Gemeinschaft, zu der diese Jugendlichen gehören. "Wir brauchen keine rechtsradikalen Parolen gegen Fremde für unsere eigen Identität." Man sei stattdessen für ein liebenswertes Leben aller Menschen.

Geschäftsführer Martin Becher vom Evangelischen Bildungs- und Tagungszentrum Alexandersbad sagte: "Die Rechtsextremisten versuchen Angsträume zu schaffen." Mit Mut und Entschlossenheit müsse man gegen Rechts vorgehen, um solche nicht zuzulassen.