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Pressenotiz AG Nahwärmenetz 09.03.2010

Nahwärmenetz Regnitzlosau

Für die Planung eines Nahwärmenetzes im Kernbereich um Schule und Kirche in Regnitzlosau wird eine neue Variante diskutiert. Landwirte aus Regnitzlosau haben sich zu einer Initiative zusammengefunden, die das Nahwärmenetz mit einer Biogasheizanlage versorgen will. Die Überlegungen dazu wurden in einer Versammlung im Feuerwehrhaus Nentschau vorgetragen, zu der die Initiatoren der Biogasinitiative eingeladen hatten. Sie informierten darüber, dass 30 Landwirte der Region im Radius von 5 km eine Anbaufläche von 340 ha bewirtschaften, die zur Belieferung einer Biogasanlage genutzt werden könnte. Die Landwirte haben mit der Objekt- und Anlagenplanungsgesellschaft mbH –OAG – Schwarzenhammer Kontakt aufgenommen. Dieses Planungsbüro habe in einer ersten Studie Standort und Versorgungsgebiet untersucht und werde innerhalb eines Monats eine Machbarkeitsstudie für ein Nahwärmenetz vorlegen, das mit Warmwasser aus einer Biogasanlage gespeist wird.

Die Dipl.-Ingenieure Eric Piller und Peter Fischer stellten das Konzept des Projekts vor und beantworteten Nachfragen der Versammlungsteilnehmer. Der Platzbedarf für das Blockheizkraftwerk mit geplanter Leistung von 500 kWel (ca. 600 kWth) betrage ca. 2 ha. Ideal wäre ein Standort am südlichen Ortsrand von Regnitzlosau mit Anbindung an die Staatsstraße.

Bürgermeister Hans-Jürgen Kropf und Pfarrer Rudolf Binding informierten die Versammlungsteilnehmer über die Intention und den Verfahrensstand zur Planung eines begrenzten Nahwärmenetzes. Auslöser für die Überlegungen sei der Erneuerungsbedarf der Heizungsanlage für Kindergarten, Pfarrhaus und Gemeindezentrum gewesen. Die Nähe zu Schule, Turnhalle und Lehrschwimmbecken habe zu Überlegungen geführt, über ein gemeinsames Wärmenetz nachzudenken und die Heizwärme auch weiteren Interessenten im engeren Umkreis anzubieten. Eine Fragebogenaktion habe positive Resonanz bei ca. 20 Interessenten gefunden. Da die Planungen der Kirchengemeinde auf der Beheizung mit Hackschnitzeln beruhten, wurde diese Energieform den Vorüberlegungen für die Planung des Nahwärmenetzes zugrundegelegt. Dabei wollte man nach dem Grundsatz „aus der Region für die Region“ vorrangig für örtliche Waldbesitzer eine Einnahmequelle aus der Holzbelieferung eröffnen. Eine Versammlung der Waldbesitzer habe allerdings ergeben, dass es keine Interessenten für Lieferungen aus Privatwaldbesitz gibt. Deswegen stehe man der Alternative Biogas positiv gegenüber.

Reinhold Böhner, der Berater für Landtechnik, Energie und Umweltfragen des Landwirtschaftsamts Bayreuth zeigte sich sehr erfreut über die Initiative der Regnitzlosauer Landwirte. Die Erwerbsquelle Biomasse sei für Landwirte der Region eine wünschenswerte Einkommen sichernde Alternative zu anderen Erwerbszweigen. Er betonte, dass der Anbau von Energiepflanzen, die für die Biogasheizung verwendet werden, auf 30 % der Bewirtschaftungsfläche begrenzt sei. Damit werde sichergestellt, dass keine Monokulturen entstehen. Brotgetreide werde für die Heizung nicht verwendet.

In einer anregenden Diskussion wurden Fragen des Standorts, der technischen Ausstattung und Funktionsweise eines Biogasheizwerks, des Belieferungsverkehrs, der Vermeidung von Belästigungen für Wohngebiete, der Landschaftseinbindung sowie der Auslastung der Anlage erörtert. Versammlungsleiter Stefan Schleicher und Bürgermeister Hans-Jürgen Kropf sowie die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Nahwärmenetz im Gemeinderat, Oliver Geyer und Werner Schnabel, äußerten sich abschließend positiv über den Erkenntnisgewinn der Informationsveranstaltung. Nach Vorliegen der angekündigten Machbarkeitsstudie werde die Gemeinde die an der Fragebogenaktion beteiligten interessierten Nahwärmekunden über das weitere Vorgehen informieren.

Regnitzlosau, 06.03.2010

Werner Schnabel

Mitglied der Arbeitsgruppe Nahwärmenetz im Gemeinderat Regnitzlosau