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FWR-Pressenotiz vom 04.09.2012

FREIE WÄHLER BESICHTIGEN BIOGASANLAGE

Seit acht Monaten ist die Biogasanlage Regnitzlosau in Betrieb. Die sonnigen Herbsttage werden genutzt, um gehäckselten Mais für die Anlage anzuliefern. Riesige Transportfahrzeuge liefern das „Futter“ für die „Betonkuh“ , wie sie der Geschäftsführer der Bioenergie Regnitzlosau GmbH & Co. KG, Stefan Wolfrum, nennt, im Taktverfahren an. Das Häckselgut wird auf die drei offenen Betonspeicherflächen abgekippt. Eine Art Pistenraupe verteilt das Grünzeug und schiebt es zu einem Hang zusammen. Es sieht aus wie eine grüne Skipiste. 12.000 Tonnen „Futter“ für die Anlage. Sie müssen bis zur nächsten Ernte reichen.

Die Besuchergruppe der Freien Wähler ist fasziniert vom Anblick der Großtechnikaktionen, bevor sie vom Fraktionsvorsitzenden der Freien Wählerschaft Regnitzlosau, Werner Schnabel begrüßt wird. Er bedankt sich bei Stefan Wolfrum für die Möglichkeit der Betriebsbesichtigung und gibt seiner Freude darüber Ausdruck, dass die von ihm im September 2009 im Gemeinderat vorgetragene Vision eines Nahwärmenetzes jetzt Wirklichkeit geworden ist. Statt mit Hackschnitzeln werde nun allerdings mit Biogas gearbeitet.

Vor der Gasfackel, einer Sicherheitseinrichtung, erläuterte Wolfrum die Funktionsweise der Biogasanlage, die von 18 Landwirten aus Regnitzlosau und Umgebung in Form einer GmbH & Co. KG betrieben wird. Nach seinen Worten haben die beiden Betonbehälter  mit grünem kegeligem Tragluftdach– genannt Fermenter – einen Durchmesser von je 38 Metern. Sie haben ein Fassungsvermögen von 6.500 cbm Biomasse. Die Anlage wird täglich mit 35 Tonnen Mais- und Grünsilage und 20 cbm Gülle beschickt. Damit sich die Bakterien wohl fühlen und Biogas produzieren, muss im Fermenter konstant eine Temperatur von 42 Grad Celsius gewährleistet werden. Dies wird durch Zuführung von Abwärme der Anlage sichergestellt. Der Fermenter ist außerdem mit einer 10 cm dicken Glasschaumisolierung versehen. Wolfrum erklärt, dass nicht mit Rührtechnik gearbeitet wird, sondern mit ständiger Beregnung durch Flüssigkeit aus dem unteren Drittel des Behälters. Damit kann eine hohe Verweilzeit der Biomasse von ca. 120 Tagen erreicht werden. „Das ist ein für vergleichbare Anlagen sehr guter Wert“, sagt Wolfrum. Im Techniktrakt zeigt er dann den Besuchern, wie das produzierte Biogas in verwertbare Energie umgewandelt wird. Zwei lautstarke gasbetriebene Motoren – die Blockheizkraftwerke –erzeugen stündlich 760 kw Strom, der ins Netz eingespeist wird. Die Anlage produziert außerdem ca. 1.100 kw Heizwärme pro Stunde. Davon werden 600 kw über ein Rohrleitungssystem in das Nahwärmenetz geleitet, das Schule, Turnhalle, Lehrschwimmbecken, Pfarrhaus, Kindergarten und einige Privatanwesen in der Schulstraße mit Heizwärme versorgt. Um die Spitzenlast für die Nahwärmeabnehmer abzusichern, wird zusätzlich ein Gaskessel betrieben.

Nach einem Blick in die Computerzentrale der Wiegeeinrichtung war Schnabel beeindruckt von der Logistik der Organisation der Maisanlieferung. Häckseln und Antransport sind an ein Unternehmen vergeben. Mitgesellschafter Matthias Schleicher zeigte am Computer, welche Felder vom Häcksler gerade abgeerntet werden und welche Transportfahrzeuge aktuell unterwegs sind. Die Einsätze werden über Geodatensysteme geplant und überwacht. Das Wiegen der Transporte und die Gutschrift der Liefermengen für die registrierten Landwirte geschieht automatisch.

Angesprochen auf die Belästigung der Anwohner an den Zulieferungsstraßen durch die riesigen, nicht abgedeckten Transportfahrzeuge, verwies Wolfrum darauf, dass das Transportunternehmen angehalten sei, im Ortsbereich langsam zu fahren und Belästigungen der Anwohner zu vermeiden.  Er bat allerdings um Verständnis und Nachsicht, dass die Landwirtschaft witterungsabhängig arbeite und dass sie in der Erntezeit ohne verstärkte Einsatzzeiten und Transportfahrten leider nicht auskomme.

Stefan Wolfrum (zweiter von rechts) bei der Erläuterung der Biogasanlage
Mitgesellschafter Matthias Schleicher überwacht die „Futteranlieferung“ über GPS am Computer.
Während die riesigen Anhänger die Silage abkippen verteilt eine „Pistenraupe“ das Häckselgut.