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Windpark Fasanerie eröffnet

Rückenwind für die Region

Regnitzlosau/Gattendorf – Im Wald zwischen Regnitzlosau und Gattendorf haben sich gestern keine „Öko-Schwärmer“ versammelt. Auf diese Feststellung legte Hans-Schaidinger, Oberbürgermeister von Regensburg und Aufsichtsratsvorsitzender der Rewag (Regensburger Energie- und Wasserversorgung AG & CoKG), in seiner Rede Wert. Die Entscheidung des kommunalen Energieversorgers Rewag, 18 Millionen Euro in den Windpark Fasanerie, den ersten Wald-Windpark Bayerns, zu investieren, sei auf der Basis „knallharter ökonomischer Faktoren“ gefallen.

Die Rewag ist nun Eigentümerin von fünf Windanlagen, die jährlich bis zu 22,5 Millionen Kilowattstunden umweltfreundlichen Strom liefern werden. Schaidinger sagte, dass damit ein strategisches Ziel verfolgt werde: „Wir wollen weg vom fast reinen Energieverteiler hin zur dezentralen Energieerzeugung.“ Die mit den Anlagen in der Fasanerie erzeugte Menge Strom reicht aus, 7500 Haushalte mit Strom zu versorgen. Schaidinger stellte hierzu jedoch fest: „Das ist Spitzenlast- und kein Grundlast-Strom.“ Erst wenn Stromspeicher zur Verfügung stünden, die Spitzenlast- zu Grundlast-Strom werden lassen, sei der erste Schritt zur Energiewende gemacht.

Zur Einweihung war eigens der bayerische Staatsminister Helmut Brunner gekommen. Die Bayerischen Staatsforsten, deren Aufsichtsratsvorsitzender er ist, haben einen Hektar Forstfläche für den Windpark Fasanerie zur Verfügung gestellt. Er stellte fest: „Windenergie und nachhaltige Waldwirtschaft sind kein Widerspruch!“ Weitere 131 Standorte für Windparks halten die Staatsforsten in der Hinterhand.

Die erneuerbaren Energien hätten mit den dramatischen Ereignissen im Kernkraftwerk Fukushima enormen Rückenwind erhalten, sagte Brunner. „Wir müssen unsere Energiepolitik grundlegend überdenken.“ Aktuell stehe die Kernkraft in Bayern noch für 57 Prozent der Stromversorgung. Das zu ändern, brauche es eine Strategie, sagte er. Und: „Ohne die Zustimmung der Bevölkerung ist ein Umsteuern von Beginn an zum Scheitern verurteilt.“

Im Bereich der Windenergie gebe es im Freistaat laut vieler Experten noch mehr Potenzial. Als einen Ansatz, um die Akzeptanz für Energieprojekte jeglicher Art zu steigern, schlug er vor, über Bürger- und Genossenschaftsanteile „aus Betroffenen Beteiligte zu machen“.

Den Wald-Windpark Fasanerie bezeichnete er als „Leuchtturmprojekt für ganz Bayern“. Mit ihm hätten alle Beteiligten „ein klares und wichtiges Bekenntnis zur notwendigen Energiewende abgegeben – und zwar lange, bevor diese in aller Munde war“. Die Planungen der Firma Ostwind begannen vor etwa drei Jahren. Ihn freue, schloss er, dass mit der Firma Ostwind als Projektentwickler und der Rewag zwei mittelständische Unternehmen aus Bayern für den Bau und den Betrieb des Windparks verantwortlich zeichnen. „Das stärkt die regionale Wertschöpfung und die Kreislaufwirtschaft.“

Rewag-Vorstandsvorsitzender Norbert Breidenbach dankte den Bürgern der Gemeinden Gattendorf und Regnitzlosau, dass das Projekt so gut aufgenommen wurde. Laut Landrat Bernd Hering hat man vorausschauend bereits vor acht Jahren Planungen aufgenommen und Flächen für Windräder, vorrangig an den Autobahnen, ausgewiesen. Heute stehen 40 von insgesamt 486 bayerischen Windenergieanlagen auf dem Gebiet des Landkreises Hof. Bis Ende des Jahres soll sich diese Zahl, so Hering, auf 80 verdoppeln.

Windpark in Gattendorf eingeweiht (2:45)



Allein auf Gattendorfer Flur sollen laut Bürgermeister Stefan Müller noch zwei Windkraftanlagen gebaut werden, drei weitere entstehen im Windpark Vierschau I auf Regnitzlosauer Gebiet. Wie Bürgermeister Kropf sagte, werden weitere sechs in dem neuen Windpark Vierschau II errichtet. Müller wünscht sich Nachahmer. „Ich hoffe doch“, sagte er in seinem Grußwort, „dass auch andere Regierungsbezirke, vor allem auch die Oberbayern, unserem Beispiel folgen werden.“

Von Thomas Schuberth-Roth