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Rote Karte gegen Rechtsextremismus

05.07.2014 00:00 Uhr, Länderspiegel

 

Stiller Protest gegen "braunes Fest"

Mit breitem Widerstand reagieren Bürger in und um Regnitzlosau im Landkreis Hof auf das Vorhaben der rechten Szene in Oberprex. Drei Sportvereine geben der Aktion eine Plattform.

Regnitzlosau - Das für Mitte Juli von Neonazis angekündigte und geplante "Bürgerfest" im Regnitzlosauer Ortsteil Oberprex kann auf juristischem Weg nicht verhindert werden. Das sagte Bürgermeister Hansjürgen Kropf gestern Vormittag vor zahlreichen Medienvertretern im Rathaus. Allerdings werde es für das Treffen auf dem Privatgrund des Anwesens Oberprex 47, zu der laut Veranstalter 50 Personen erwartet werden, einige Auflagen geben. Welche das genau sein werden, konnte Kropf noch nicht sagen. Wohl aber, dass sich bereits ein breiter Widerstand aller gesellschaftlichen Gruppierungen in Regnitzlosau gegen die Veranstaltung formiert habe.

Wie berichtet, wirbt der in Oberprex lebende Tony Gentsch auf einschlägigen Internetplattformen für das Treffen, bei dem bekannte Neonazis als Redner und Liedermacher auftreten sollen. Als "Fest" will Sabine Dresel das Vorhaben der Rechten nicht bezeichnen. "Der Veranstalter hat ganz andere Ziele", warnt die Diakonin, die seit November 2013 die eigens vom Dekanat Hof eingerichtete Arbeitsstelle für Jugendarbeit und Extremismusprävention in der Gemeinde Regnitzlosau innehat. Veranstalter Gentsch wolle über die erst im Herbst 2013 gegründete Partei "Der III. Weg" informieren, bei der er seit Ende Januar 2014 sogenannter Stützpunktleiter für Hof ist. Diese bundesweit agierende Organisation hat nach Einschätzung von Rechtsexperten ein "klassisches rechtsextremes Parteiprogramm". Dresel: "Es ist wichtig, sinnvoll und notwendig, dem etwas entgegenzusetzen."

Lautstarken Protest oder gar Sitzblockaden am Ort der Veranstaltung in Oberprex wird es aber nicht geben. Wie Werner Schnabel von der "Regnitzlosauer Initiative für Demokratie" sagte, habe man auf Wunsch der "echten Oberprexer Bürger" darauf verzichtet und sich zu einem "stillen Protest" entschlossen.

Die Plattform dafür bieten drei Sportvereine: Neben der SG Regnitzlosau beteiligen sich daran auch die Nachbarvereine SG Gattendorf und SV Faßmannsreuth. Frank Hopperdietzel von der SG Regnitzlosau stellte die Aktion vor. Auf drei großen Bannern sollen Hunderte Menschen unterschreiben und damit ihre Geschlossenheit im Protest gegen menschenverachtendes Gedankengut von Neonazis zum Ausdruck bringen. Kinder könnten sich mit Handabdrücken verewigen. Beschriftet sind die mindestens 2,50 Meter mal 1,50 Meter großen Transparente mit den Sätzen: "Die Welt ist bunt, der Sport auch. Nein zu Diskriminierung und Antisemitismus. Ja zu Offenheit und Toleranz." Die Banner sollen dann jeweils auf den Sportplätzen der Vereine platziert werden.

Auftakt der Aktion ist am Donnerstag, 10. Juli, um 17.30 Uhr auf dem Sportplatz der SG Regnitzlosau. Und auch am Samstag, 12. Juli, will man vor der Nazi-Veranstaltung um 13 Uhr noch einmal auf dem SG-Gelände an der Vierschauer Straße zusammenkommen. Hopperdietzel hofft, dass der Zuspruch an den beiden Aktionstagen groß sein wird.

Mit dabei sein werden in jedem Fall Vertreter des Hofer "Bündnisses für Zivilcourage - Die Hofer Region ist bunt nicht braun". Das sagte Nanne Wienands, die gestern ebenfalls mit am Tisch saß. Das Hofer Bündnis hatte sich 2012 zusammengefunden, als es galt, den Rechten bei einem Aufmarsch zum 1. Mai in Hof die Stirn zu bieten. Wienands: "Ich möchte die Bürger ermutigen, ihren Ort am Wochenende bunt zu machen - mit Tüchern, Luftballons und Flaggen." An der Kirche in Regnitzlosau soll zudem jeder, der hier auf dem Weg nach Oberprex vorbeikommt, lesen können, wo Aussteiger aus der rechten Szene Hilfe finden.

84 Einwohner zählt das kleine Dorf Oberprex, knapp vier Kilometer ist es von Regnitzlosau entfernt. Seit der Neonazi Tony Gentsch hier 2010 in einer ehemaligen Gaststätte einen Treffpunkt für Neonazis aus Deutschland und Tschechien aufgebaut hat, rückte der Ort immer wieder auch in den Fokus der Polizei. Bisher zählte diese 46 Veranstaltungen, die meist jedoch privater Natur waren - Geburtstagsfeiern, Vorträge und Schulungen. "Die Polizeiinspektion Hof wird auch dieses Mal vorbereitet sein", kündigte Jürgen Stadter, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberfranken, auf Nachfrage an.

Es ist wichtig, sinnvoll und notwendig, dem etwas entgegenzusetzen.

Sabine Dresel

 

Wichtige Termine

Am Donnerstag, 10. Juli, 17.30 Uhr, werden die drei Banner gemeinsam zum Auftakt des Sportfestes der SG Regnitzlosau vorgestellt. Vertreter der SG Gattendorf und des SV Faßmannsreuth übernehmen dabei ihre beiden Banner für ihre Sportplätze im Ort.

Am Samstag, 12. Juli, 13 Uhr, hoffen die Initiatoren auf großen Zuspruch auch Dutzender anderer Vereine aus den drei Orten, wenn sie zu einem stillen Protest auf dem Sportplatz an der Vierschauer Straße in Regnitzlosau zusammenkommen.

Quelle: www.frankenpost.de

Autor: Von Thomas Schuberth-Roth

Artikel: www.frankenpost.de/regional/oberfranken/laenderspiegel/Stiller-Protest-gegen-braunes-Fest;art2388,3445374

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